Pflichten eines Geschäftsführers in der Krise

Es obliegt der Geschäfts­füh­rung eine Kri­se für das Unter­neh­men im Hin­blick auf alle Unter­neh­mens­be­rei­che mit Sorg­falt zu ana­ly­sie­ren, Hand­lungs­be­darf zu erken­nen und ange­mes­se­ne Maß­nah­men zu ergreifen.

Die­se Auf­ga­be darf nicht auf ande­re Orga­ne oder lei­ten­de Ange­stell­te abge­wälzt wer­den. Kri­sen­ma­nage­ment ist Chefsache.

Geschäfts­füh­rer haben in Ange­le­gen­hei­ten der Gesell­schaft die Sorg­falt eines ordent­li­chen Geschäfts­man­nes anzu­wen­den. Unter der Pflicht zur sorg­sa­men Geschäfts­füh­rung wird all­ge­mein ver­stan­den, dass der Geschäfts­füh­rer im Rah­men des Geset­zes, des Gesell­schaf­ter­ver­tra­ges, der für die Geschäfts­füh­rung ver­bind­li­chen Beschlüs­se ande­rer Gesell­schafts­or­ga­ne und unter Berück­sich­ti­gung öffent­li­cher Inter­es­sen die Gesell­schaft zu för­dern, das heißt ihr die Vor­tei­le zu wah­ren und Scha­den von ihr abzu­wen­den hat. Bei unter­neh­me­ri­schen Ent­schei­dun­gen steht dem Geschäfts­füh­rer aber ein aner­kann­ter Ermes­sens­spiel­raum zu, sofern die Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung kei­ne Wei­sung erteilt hat.

In der Kri­se der Gesell­schaft hat die Geschäfts­füh­rung aktiv gegen­zu­steu­ern und sich um eine Über­win­dung der Kri­se zu bemü­hen. Zen­tra­le Pflicht eines Geschäfts­füh­rers ist es dabei die Insol­venz­rei­fe eines Unter­neh­mens zu über­wa­chen: Bei Vor­lie­gen eines Eröff­nungs­grun­des ver­langt § 15 a InsO, dass der Geschäfts­füh­rer inner­halb von drei Wochen einen Insol­venz­an­trag stellt. Aller­dings hat die Bun­des­re­gie­rung die Insol­venz­an­trags­pflicht für Unter­neh­men, die bedingt durch die Coro­na-Pan­de­mie in eine Kri­se gera­ten sind, für den Fall der Über­schul­dung bis zum 30. April 2021 (wei­ter) ausgesetzt.

Ein Geschäfts­füh­rer muss die übri­gen Orga­ne der Gesell­schaft unver­züg­lich und umfas­send über etwai­ge Risi­ken für den Fort­be­stand der Gesell­schaft, ins­be­son­de­re bei Ver­lust von 50 % des Stamm­ka­pi­tals infor­mie­ren. Der Geschäfts­füh­rer soll­te bei dem Ergrei­fen von Maß­nah­men stets die Reich­wei­te der eige­nen Kom­pe­tenz im Blick behal­ten. Ins­be­son­de­re gel­ten die gesetz­li­chen und sat­zungs­mä­ßi­gen Zustim­mungs­vor­be­hal­te auch in einer Kri­sen­si­tua­ti­on. Es emp­fiehlt sich eine enge Abstim­mung zwi­schen den Orga­nen der Gesell­schaft, ggf. ist zusätz­lich ein Kri­sen­stab im Unter­neh­men zu eta­blie­ren. Im eige­nen Inter­es­se soll­te der Geschäfts­füh­rer die gege­be­nen Infor­ma­tio­nen und ergrif­fe­nen Maß­nah­men sorg­fäl­tig doku­men­tie­ren, um einen even­tu­el­len Vor­wurf bzgl. einer Pflicht­ver­let­zung ange­mes­sen begeg­nen und den Beweis füh­ren zu können.

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