Betriebssoftware im Homeoffice

Im Home­of­fice kommt es schnell zu einer Ver­mi­schung zwi­schen der Hard- und Soft­ware des Unter­neh­mens und der pri­va­ten Hard- und Soft­ware des Mit­ar­bei­ters. Die Ver­wen­dung von Soft­ware zu einem ande­ren als dem ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Zweck, kann zu teu­ren Nach­ver­gü­tungs­an­sprü­chen des Lizenz­ge­bers führen.

Was ist zu beach­ten, wenn der Arbeit­neh­mer Unter­neh­mens­soft­ware auf sei­nem pri­va­ten Gerät nutzt?

Ob der Ein­satz von Unter­neh­mens­soft­ware auf pri­va­ten End­ge­rä­ten von der bestehen­den Lizenz erfasst ist oder eine Nach­li­zen­zie­rung erfor­der­lich ist, hängt u.a. von dem im Lizenz­ver­trag kon­kret ver­wen­de­ten Begriff des Nut­zers ab. Ver­schie­de­ne Lizenz­mo­del­le ver­wen­den ver­schie­de­ne Nutzerbegriffe.

  • Grund­sätz­lich kann zwi­schen Lizen­zen unter­schie­den wer­den, die einem Mit­ar­bei­ter per­sön­lich zuge­ord­net wer­den und sol­chen, die von ver­schie­de­nen Mit­ar­bei­tern, nicht per­so­nen­ge­bun­den, genutzt wer­den können.
  • Im Fal­le der sog. „named User“- Lizenz ist die Soft­ware­li­zenz einem bestimm­ten Mit­ar­bei­ter zuge­ord­net. Die­sem ist oft­mals die Nut­zung der Soft­ware auf zwei End­ge­rä­ten (bspw. dem PC im Unter­neh­men und dem Lap­top zuhau­se) gestat­tet. In die­sen Fäl­len soll­te sicher­ge­stellt sein, dass das Pro­gramm nicht auf bei­den Gerä­ten gleich­zei­tig genutzt wird. In der Regel ver­hin­dert die Soft­ware auto­ma­tisch eine dop­pel­te Anmel­dung. Außer­dem bedeu­tet die Mög­lich­keit der Ver­wen­dung auf dem pri­va­ten Gerät nicht auto­ma­tisch auch die Erlaub­nis des Gebrauchs zu pri­va­ten Zwe­cken. Die­se hängt von den im Ein­zel­fall ver­ein­bar­ten Lizenz­be­din­gun­gen ab.
  • Ver­fügt das Unter­neh­men über sog. Volu­men­li­zen­zen oder Mehr­platz­li­zen­zen, kann die Instal­la­ti­on des Pro­gramms auf dem pri­va­ten Gerät eine Ver­viel­fäl­ti­gung dar­stel­len, die in der Regel nicht von dem Lizenz­pa­ket umfasst und daher zu ver­mei­den ist.

Ist die betrieb­li­che Nut­zung von Soft­ware erlaubt, die auf pri­va­ten Gerä­ten instal­liert ist?

Pri­vat durch den Mit­ar­bei­ter erwor­be­ne Soft­ware umfasst in der Regel ein­fa­che, nicht über­trag­ba­re Nut­zungs­rech­te, die auf eine pri­va­te Nut­zung beschränkt sind. Die betrieb­li­che Nut­zung ist also in der Regel aus­ge­schlos­sen. Je nach Aus­ge­stal­tung der Lizenz­be­din­gun­gen, kann schon die Ver­bin­dung mit dem Unter­neh­mens­netz­werk unzu­läs­sig sein. Soll die Soft­ware den­noch zu betrieb­li­chen Zwe­cken ver­wen­det wer­den, kann es daher not­wen­dig sein, dass das Unter­neh­men für die ent­spre­chen­de Soft­ware zusätz­li­che Lizen­zen erwirbt.

Fazit:

  • Kommt es zu einer Über­schnei­dung von betrieb­li­cher Soft­ware und pri­va­ter Soft­ware und/oder Hard­ware soll­ten die bestehen­den Lizen­zen und deren Bedin­gun­gen im Hin­blick auf die tat­säch­li­che Nut­zung über­prüft werden.
  • Für kos­ten­lo­se Soft­ware ist in der Regel nur die pri­va­te Nut­zung vor­ge­se­hen. Mit­ar­bei­ter soll­ten dar­auf hin­ge­wie­sen wer­den, dass die Nut­zung für betrieb­li­che Zwe­cke zu unter­blei­ben hat.