Unterkostenangebote zulässig — aber plausibel müssen sie sein

Die VK Ber­lin hat in ihrem Beschluss vom 13. Juli 2021 (AZ.: VK B2-12/21) noch­mals dar­auf hin­ge­wie­sen, dass Ange­bo­te, deren Prei­se um mehr als 20 % unter­halb der Kos­ten­schät­zung des Auf­trag­ge­bers und der Kon­kur­renz­an­ge­bo­te lie­gen, zuläs­sig sind. Der Auf­trag­ge­ber ist jedoch ver­pflich­tet, die Prei­se zu prü­fen. Auf die­se Preis­prü­fung haben die kon­kur­rie­ren­den Bie­ter einen recht­lich durch­setz­ba­ren Anspruch. Die Prü­fung hat zum Ziel fest­zu­stel­len, ob der Bie­ter zum ange­bo­te­nen Preis vor­aus­sicht­lich ord­nungs­ge­mäß und ver­trags­ge­recht leis­ten wird kön­nen oder wegen einer zu gerin­gen Ver­gü­tung in wirt­schaft­li­che Schwie­rig­kei­ten gera­ten wird und daher den Auf­trag nicht voll­stän­dig aus­füh­ren kann. Dabei stellt die ober­fläch­li­che Begrün­dun­gen des Auf­trag­ge­bers oder die unkri­ti­sche Über­nah­me von Erklä­run­gen des Bie­ters kei­ne ord­nungs­ge­mä­ße Preis­prü­fung dar. Maß­geb­lich sind — wie so häu­fig — die kon­kre­ten Umstän­de des Einzelfalles.