Tariflohn in der Pflege — Was heißt das und was muss getan werden?

Durch die Ein­füh­rung der §§ 72 Abs. 3a und 3b sowie 82c Abs. 2 SGB XI wur­den die Vor­aus­set­zun­gen für die Zulas­sung sowie der Refi­nan­zie­rung der Per­so­nal­kos­ten der Pfle­ge­ein­rich­tung erheb­lich ein­ge­schränkt. Ab dem 1. Sep­tem­ber 2022 wer­den Ver­sor­gungs­ver­trä­ge nur noch mit den Pfle­ge­ein­rich­tun­gen geschlos­sen, die ihren Pfle­ge- und Betreu­ungs­kräf­ten Tarif­lohn zah­len. Bis zum 28. Febru­ar 2022 müs­sen die Ein­rich­tun­gen den für sie maß­geb­li­chen Tarif­ver­trag mel­den. Es kommt ein erheb­li­cher Auf­wand zur Umset­zung der tarif­li­chen Ent­loh­nung auf die Ein­rich­tun­gen der ambu­lan­ten und sta­tio­nä­ren Pfle­ge zu. Sind sie nicht an einen Tarif­ver­trag oder an kirch­li­che Arbeits­rechts­re­ge­lun­gen gebun­den, muss ein pas­sen­des Rege­lungs­werk gesucht und sodann auch ange­wen­det wer­den. Fer­ner bestehen in vie­len Aspek­ten der genau­en Aus­ge­stal­tung des Tarif­loh­nes noch recht­li­che Unge­wiss­hei­ten. Der Spit­zen­ver­band Bund der Pfle­ge­kas­sen hat noch nicht die maß­geb­li­chen Richt­li­ni­en- ins­be­son­de­re zu den Ver­fah­rens- und Prüf­grund­sät­zen für die Ein­hal­tung der Vor­ga­ben zum Tarif­lohn — ver­ab­schie­det. Zudem wur­de gegen die Rege­lun­gen im GVWG zum “Tarif­lohn” Ver­fas­sungs­be­schwer­de erho­ben, sodass es mög­lich ist, dass die jet­zi­ge Geset­zes­re­ge­lung auf­ge­ho­ben bzw. ange­passt wird.

Trotz­dem müs­sen die Pfle­ge­ein­rich­tun­gen jetzt han­deln, damit der Abschluss eines Ver­sor­gungs­ver­tra­ges wegen eines Ver­sto­ßes gegen die gesetz­li­chen Vor­ga­ben zur Ent­loh­nung nicht gefähr­det wird.

Wir ste­hen auch hier bera­tend zur Sei­te. In Koope­ra­ti­on mit dem Pari­tä­ti­schen Wohl­fahrts­ver­band Sach­sen erläu­tern wir am 3. Febru­ar 2022 in einem kos­ten­frei­en Online-Ver­an­stal­tung, wie Pfle­ge­ein­rich­tun­gen die neu­en gesetz­li­chen Vor­ga­ben umset­zen und wel­che Aus­wir­kun­gen die unge­klär­ten Rechts­fra­gen haben kön­nen. Sie kön­nen sich direkt unter nach­fol­gen­dem Link anmelden.

Rechtsanwältin Dr. Tina Lorenz Rechtsanwalt Karsten Matthieß