Neues zum Urlaubsrecht: EuGH schränkt Urlaubsverfall weiter ein

Nach­dem der EuGH bereits den “auto­ma­ti­schen” Urlaubs­ver­fall des deut­schen Urlaubs­rechts been­det und für die Arbeit­ge­ber die neu­en (jähr­li­chen) Hin­weis- und Unter­rich­tungs­ob­lie­gen­hei­ten über die Ver­falls­wir­kung ent­wi­ckelt hat­te, wei­tet sich die Fol­ge nun wei­ter aus. Für zwei hier­mit zusam­men­hän­gen­de — in Deutsch­land umstrit­te­ne — Fra­gen hat der EuGH mit Urtei­len vom 22. Sep­tem­ber 2022 erneut arbeit­neh­mer­freund­lich ent­schie­den und den Arbeit­ge­bern wei­te­ren Auf­wand auf­er­legt. So ver­fällt der Urlaub auch bei Lang­zeit­er­krank­ten ohne Hin­weis auf den mög­li­chen Ver­fall nicht, wenn die­se den Urlaub vor Beginn der Lang­zeit­er­kran­kung noch hät­ten neh­men kön­nen. Für alle Mit­ar­bei­ter gilt zudem: Ohne eine Unter­rich­tung über die Ver­falls­wir­kung beginnt auch die Ver­jäh­rungs­frist für Urlaubs­an­sprü­che nicht. Daher soll­ten jedes Jahr und indi­vi­du­ell alle Mit­ar­bei­ter nach den Maß­ga­ben von EuGH und BAG zur Inan­spruch­nah­me des Urlaubs auf­ge­for­dert und auf den Ver­fall hin­ge­wie­sen wer­den. Um die Pro­ble­me bei Lang­zeit­er­krank­ten ganz zu ver­mei­den, bie­tet sich ein Hin­weis zum Anfang des Kalen­der­jah­res an.