Geld statt Urlaub? - Nicht im bestehenden Arbeitsverhältnis

von: Rechtsanwältin Dr. Tina Lorenz

Ein Arbeitnehmer beantragt rechtzeitig Erholungsurlaub, der ihm auch zusteht, doch der Arbeitgeber gewährt ihn nicht: Die löst für den Arbeitnehmer einen Schadensersatzanspruch gegen seinen Arbeitgeber aus. Dieser ist jedoch nicht auf Geld gerichtet, sondern dem Arbeitnehmer wird als Schadensersatz Ersatzurlaub im Umfang seines originären Urlaubsanspruchs gewährt. Im bestehenden Arbeitsverhältnis hat der Arbeitnehmer keine Möglichkeit, Schadensersatz in Geld nach § 251 Abs. 1 BGB zu verlangen, denn der Anspruch auf finanzielle Abgeltung des Ersatzurlaubs richtet sich ebenso nach § 7 Abs. 4 BUrlG wie der ursprüngliche Urlaubsanspruch. Eine finanzielle Urlaubsabgeltung kommt demnach erst nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Betracht - selbst dann, wenn der Ersatzurlaub wegen Wegfall der Arbeitspflicht (z. B. in der passiven Freistellungsphase der Altersteilzeit - Blockmodell) nicht mehr realisiert werden kann.  Dies hat das Bundesarbeitsgericht in seinem Urteil vom 16. Mai 2017 (9 AZR 572/16) entschieden.

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